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Schwerpunkte
im Schuljahr 2010/2011
Von der Werkstufe
zur Berufsschulstufe - ein Weg der Inklusion?!
Paradigmenwechsel
Bedingt durch den Paradigmenwechsel in der Sonderpädagogik
und den Konsequenzen auf die Gesetzgebung wie
im Paragraphen 3 im Grundgesetz und den Änderungen
in den Sozialgesetzbüchern III und IX,
sowie dem Bundesgleichstellungsgesetz und den
nachgeordneten Landesgleich-stellungsgesetzen
und der im Jahre 2008 ratifizierten UN- Charta
zur Gleichstellung behinderter Menschen ergeben
sich auch für die Entwicklung der Berufspraxisstufe
neue Aufgaben und Möglichkeiten. Mit dem
Konzept der "Sozialraumorientierung"
aus der Kinder- und Jugendhilfe wird ein erfolgreicher
Handlungsansatz aus der sozialpolitischen Ebene
auf die Fragestellung "Wie können
Menschen mit Behinderung gesellschaftlich und
beruflich teilhaben" in den Mittelpunkt
gestellt.
Ziel ist es auf allen gesellschaftlichen Ebenen
die Bereitschaft zur Integration zu wecken und
die Bemühungen der schulischen Integration
fortzuführen.
Mit den Kompetenzzentren für sonderpädagogische
Förderung geht die Landesregierung neue
Wege in der sonderpädagogischen Förderung.(
§ 20 Abs.5 Schulgesetz NRW)
Ziel des Konzeptes, das seit dem Schuljahr 2008
/2009 in 20 Pilotregionen erprobt wird, ist
es, mehr wohnortnahe, präventive Förderung
von Schülerinnen und Schülern zu erreichen,
die häufiger als bisher in den allgemeinen
Schulen erfolgen soll. Dies entspricht auch
den Leitideen der von der Bundesrepublik Deutschland
2009 ratifizierten UN-Charta zu den Rechten
der Menschen mit Behinderungen.
Bundesweit entstehen neue Konzepte ("Braunschweiger
Gespräche / Lehraufträge der Universität
Würzburg / Fortbildungsmodule des Landschaftsverbandes
Rheinlands / Einrichtung des Integrationsfachdienstes
/ Modelle der Sozialraumorientierung in Süddeutschland
uvm.) um dem Bildungsauftrag der Förderschule
mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
gerecht zu werden.
Im neuen Schulgesetz spricht man nunmehr nicht
mehr von der "Werkstufe", sondern
von der "Berufspraxisstufe". Hiermit
soll deutlich gemacht werden, dass die Schülerinnen
und Schüler der Förderschule "geistige
Entwicklung" in dieser Stufe ihre Berufsschulpflicht
erfüllen und die Vorbereitung auf das berufliche
Leben als "Erwachsener" in den Vordergrund
rückt. Dies bedeutet auch für unser
Konzept ein gewisses Maß an Umorientierung.
Im Text des Ministeriums für
Schule und Weiterbildung des Landes NRW heißt
es zur Berufspraxisstufe.
Die Berufspraxisstufe schafft die Grundlagen
für die spätere berufliche Tätigkeit.
Im Rahmen von Betriebspraktika erhalten die
Jugendlichen u. a. Einblick in die Werkstatt
für Behinderte oder eine ähnliche
Einrichtung. Im Mittelpunkt des Unterrichts
in der Berufspraxisstufe stehen:
- Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten, die
auf den Arbeitsplatz bezogen sind
- Verbesserung des Arbeitsverhaltens
- Freizeitverhalten / Mobilität / Öffentlichkeit
- Leben und Wohnen
- Partnerschaft
In den vergangenen drei Jahren
hat sich die Berufspraxisstufe von der handwerklich
orientierten Werkstufe hin zur Berufsschulstufe
entwickelt.
So wird ein klassenübergreifender Austausch
der Schülerinnen und Schüler in den
verschiedenen Bereichen wird immer wieder angestrebt
und umgesetzt.
Bewusst wird dabei immer versucht, unsere Schülerinnen
in Planungs- und Handlungsgeschehen mit einzubeziehen.
In der Zusammenarbeit mit den erwachsenen Schülern
stehen Arbeitsformen im Vordergrund, die den
Schülern möglichst viel Raum für
eigene Ideen und Entscheidungsmöglichkeiten
bieten. So findet der Unterricht häufig
in Projektform statt oder ist durch freie Unterrichtsformen
wie Lernen an Stationen und Freiarbeit geprägt.
Die Vorbereitung auf das Arbeitsleben
muss schon in der Schule beginnen, ein wesentliches
Kriterium für eine individuelle Wahl des
Berufs- und Arbeitsfeldes ist das Kennen verschiedener
Berufe sowie verschiedener Arbeitsformen. Um
eine Entscheidung für einen Beruf treffen
zu können, müssen Jugendliche und
junge Erwachsene Berufe / Berufsfelder kennen
und erfahren. Um eine Entscheidung über
einen konkreten Arbeitsplatz treffen zu können,
müssen unterschiedliche Arbeitssituationen
und Betriebskonstellationen bekannt und erfahrbar
sein.
Langjährige Erfahrungen zeigen, dass es
für unsere Schüler wichtig ist, dies
nicht erst im letzten Schulbesuchsjahr anzugehen,
sondern schon im Oberstufenbereich Konzepte
der Berufsorientierung und - vorbereitung zu
entwickeln.
Wenn die Schüler im 11. Schulbesuchsjahr
sind, beginnt für sie die zwei - bis dreijährige
Berufspraxisstufenzeit. In den Berufspraxisstufen
ist die Förderung der Schlüsselqualifikationen
(Arbeitsverhalten, Lernverhalten, Sozialverhalten
und die Selbständigkeit) ein wichtiger
Bestandteil des Werkunterrichts, um in die Werthmann
Werkstatt aufgenommen werden zu können
oder um einen Arbeitsplatz auf dem freien Arbeitsmarkt
erhalten zu können.
Zukunftskonferenz / Berufswegeplanung
Beratung nimmt in der BPS einen sehr großen
Raum ein.
Die Schüler finden gemeinsam mit ihren
Lehrer, Erziehern oder Eltern ihre Stärken
und Fähigkeiten heraus. " Was kann
ich, was will ich, was muss ich lernen ?"
In einer Zukunftskonferenz werden diese Wege
erkundet, Zielvereinbarungen getroffen und Förderpläne
hierzu entwickelt.
Schlüsselqualifikationen müssen erworben
werden, um Ziele zu erreichen.
Im Bereich "Wohnen" bedeutet Beratung
"kennenlernen von verschiedenen Häusern,
Heimen, Wohngruppen und Möglichkeiten der
Betreuung.
Wir suchen
und bieten
Für unsere Schülerinnen
und Schüler suchen wir ganzjährig
Praktikumsstellen in allen Bereichen. Wir bieten
dabei hochmotivierte und verlässliche Jugendliche,
die sich erproben möchten, neue oder bekannte
Berufsfelder kennen lernen wollen und ihr Können
einbringen möchten.
Falls sie uns weiterhelfen können, bitten
wir um Kontaktaufnahme mit Herrn Overlöper.
Unsere Schülerfirma gestaltet und verkauft
Gruß- und Weihnachtskarten in allen Stückzahlen.
Ansprechpartner Berufspraxisstufe 1.
Gerne sind wir bereit ihnen Musterkarten zur
Verfügung zu stellen.
Jeden Donnerstag können sie nach Absprache
eine Innenreinigung ihres Autos durch unsere
Schülerfirma durchführen lassen. Ansprechpartner:
Berufspraxisstufe 2.
Unsere Schülerfirma produziert Buttons
nach Vorlage bzw. nach eigenen Ideen mit unterschiedlichen
Durchmessern. Ansprechpartner: Berufspraxisstufe
3.
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Gebärden und Unterstützte
Kommunikation
Kommunikation ist ein grundlegendes
menschliches Bedürfnis und darf niemandem
vorenthalten werden. Daher ist es erforderlich
für Menschen, die nicht oder nur eingeschränkt
über Lautsprache verfügen, Formen
zu finden, die ihnen den Zugang zur Kommunikation
ermöglichen.
Die Zahl der Schüler, die nicht oder nur
eingeschränkt über lautsprachliche
Fähigkeiten verfügen, hat auch an
unserer Schule zugenommen. Aus diesem Grund
hat sich der Arbeitskreis "Unterstützte
Kommunikation" gebildet, der sich mit alternativen
Kommunikationsformen für eben diese Schüler
befasst. Diese alternativen Kommunikationsformen
umfassen körpereigene Kommunikationsformen
wie Mimik, Gestik und Gebärden, nichtelektronische
Kommunikationshilfen wie Realgegenstände,
Fotos, Abbildungen, Piktogramme, Kommunikationstafeln...
und elektronische Kommunikationshilfen, die
von einfachen Tastern bis hin zu komplexen Sprachausgabegeräten
reichen. Dabei ist es wichtig, dass alle vorhandenen
Kommunikationsformen, über die nicht sprechende
Menschen verfügen, gleichberechtigt nebeneinander
stehen und genutzt werden. Man spricht auch
vom "multimodalen Kommunikationssystem".
Darüber hinaus ist es erforderlich, alle
Interaktionspartner für die Situation der
"Nichtsprechenden" zu sensibilisieren,
damit sie auf die möglichen Ausdrucksformen
entsprechend eingehen können.
An unserer Schule setzt sich der Arbeitskreis
UK für eben diese Belange ein.
So
wurde z.B. ein einheitliches Gebärdensystem
in Anlehnung an die Deutsche Gebärdensprache
eingeführt. Es werden regelmäßig
mit den Kollegen die Gebärden des Monats
eingeführt und geübt, die diese dann
in die einzelnen Klassen tragen können.
Die Gebärden sollen von allen Schülern
erlernt werden, damit die nicht sprechenden
Schüler von möglichst vielen Personen
verstanden werden. Die ausgewählten Gebärden
orientieren sich an den Bedürfnissen der
Schüler und an ihrer Bedeutsamkeit für
den Lebens- bzw. Schulalltag. Die erlernten
Gebärden findet man in selbst erstellten
Gebärdenordnern, die jede Klasse anlegen
kann.
Im Bereich der nichtelektronischen
Kommunikationshilfen wird ein einheitliches
Arbeiten im Hinblick auf die verwendeten Bildzeichen
und Piktogramme angestrebt. Das Computerprogramm
"Boardmaker", mit dem Bildzeichen
erstellt werden können, steht dazu allen
Kollegen zur Verfügung. Zudem hat der Arbeitskreis
UK einige Vorlagen erstellt.
Im Moment werden in Zusammenarbeit mit der Fachkonferenz
Deutsch einheitliche Stundenplanbilder erarbeitet.
In fast allen Klassen werden Realgegenstände,
Abbildungen und Piktogramme als Kommunikationshilfen
eingesetzt und zunehmend auch als Kommunikationstafeln
zusammengestellt.
Die elektronische Kommunikationshilfen
sollten den jeweiligen Nutzern entsprechend
angepasst und individuell beantragt werden.
Um sich aber einen Überblick über
die individuellen Möglichkeiten der einzelnen
Schüler zu beschaffen, stehen in unserer
Schule für diagnostische Zwecke unterschiedliche
Geräte zur Verfügung, die in den Unterrichtsalltag
integriert werden können. Dazu gehören
sowohl einfache Taster, mit denen über
ebenfalls vorhandenen Netzschalteradaptern verschiedene
Geräte angesteuert werden können und
so das Ursache-Wirkungs-Prinzip geübt werden
kann, als auch einfache Geräte mit Sprachausgabe
wie BigMäcs, Step-by-steps, Go-talks
.
Eine genaue Auflistung der vorhandenen Medien
findet sich im Medienkonzept des Schulprogramms
wieder.
Damit möglichst viele potenzielle Kommunikationspartner
über die Möglichkeiten der Unterstützten
Kommunikation informiert sind, hat der Arbeitskreis
UK kollegiumsinterne Fortbildungen durchgeführt
und einen Informationsabend für Eltern
und interessierte Erzieher aus unterschiedlichen
Kindergärten organisiert.
Bei speziellen Anfragen und
zur individuellen Beratung, sei es von Seiten
der Kollegen oder der Eltern, stehen Beratungslehrer
zur Verfügung.
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Auch in diesem Schuljahr beschäftigen
wir uns verstärkt mit der Verbesserung
der Unterrichtsqualität. Grundlage hierfür
sind die Kriterien für guten Unterricht
von Hilbert Meyer und die "Qualitätsindikatoren
für Kompetenzen zur Gestaltung von Unterricht
und Lernprozessen" von der Bezirksregierung
Düsseldorf.
Wir wollen hiermit unsere Reflexionsmöglichkeiten
und -fähigkeiten erweitern und ein gemeinsames
Vokabular schaffen.
Weitere Schritte zur Verbesserung der Unterrichtsqualität
sind:
' regelmäßige Fortbildungen
' regelmäßiger Austausch zur Festlegung
gemeinsamer Ziele
' regelmäßige gemeinsame Reflexion
unserer Arbeit
' Entwicklung und Weiterentwicklung schulischer
Konzepte (z.B. unterstützte Kommunikation,
Förderung schwerstbehinderter Schülerinnen
und Schüler, Umgang mit herausforderndem
Verhalten,...)
Für den Unterricht heißt
das:
" Wir ermöglichen unseren Schülerinnen
und Schülern ein Lernen mit allen Sinnen
in handlungsorientierten und individuell angemessenen
Lernzusammenhängen.
" Der Unterricht orientiert sich an der
Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler
und ermöglicht ein Lernen in Realsituationen.
" Die Schülerinnen und Schüler
arbeiten projektorientiert an sinnstiftenden
Problemstellungen.
" Wir fördern die individuellen Begabungen,
Interessen und berücksichtigen die Bedürfnisse
und individuellen Lernvoraussetzungen unser
Schülerinnen und Schüler. Ziel ist
hierbei eine größtmögliche Selbstständigkeit
und die Entwicklung eines angemessenen Selbstbewusstseins.
" Wir schaffen ein angenehmes von Wertschätzung,
Akzeptanz und Transparenz geprägtes Lernklima.
" Soziales Lernen und Kommunikation spielen
eine zentrale Rolle.
" Wir ermöglichen ein Lernen außerhalb
der Schule (Zusammenarbeit mit Vereinen, ortsansässigen
Firmen, Seniorenheim,...)
" Wir öffnen Schule nach außen
als ein Weg zur sozialen Integration.
" .....
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