Schwerpunkte im Schuljahr 2011/2012

Von der Werkstufe zur Berufsschulstufe - ein Weg der Inklusion?!
Paradigmenwechsel
Bedingt durch den Paradigmenwechsel in der Sonderpädagogik und den Konsequenzen auf die Gesetzgebung wie im Paragraphen 3 im Grundgesetz und den Änderungen in den Sozialgesetzbüchern III und IX, sowie dem Bundesgleichstellungsgesetz und den nachgeordneten Landesgleich-stellungsgesetzen und der im Jahre 2008 ratifizierten UN- Charta zur Gleichstellung behinderter Menschen ergeben sich auch für die Entwicklung der Berufspraxisstufe neue Aufgaben und Möglichkeiten. Mit dem Konzept der "Sozialraumorientierung" aus der Kinder- und Jugendhilfe wird ein erfolgreicher Handlungsansatz aus der sozialpolitischen Ebene auf die Fragestellung "Wie können Menschen mit Behinderung gesellschaftlich und beruflich teilhaben" in den Mittelpunkt gestellt.
Ziel ist es, auf allen gesellschaftlichen Ebenen die Bereitschaft zur Integration zu wecken und die Bemühungen der schulischen Integration fortzuführen.
Mit den Kompetenzzentren für sonderpädagogische Förderung geht die Landesregierung neue Wege in der sonderpädagogischen Förderung.(§ 20 Abs.5 Schulgesetz NRW)
Ziel des Konzeptes, das seit dem Schuljahr 2008 /2009 in 20 Pilotregionen erprobt wird, ist es, mehr wohnortnahe, präventive Förderung von Schülerinnen und Schülern zu erreichen, die häufiger als bisher in den allgemeinen Schulen erfolgen soll. Dies entspricht auch den Leitideen der von der Bundesrepublik Deutschland 2009 ratifizierten UN-Charta zu den Rechten der Menschen mit Behinderungen.
Bundesweit entstehen neue Konzepte ("Braunschweiger Gespräche / Lehraufträge der Universität Würzburg / Fortbildungsmodule des Landschaftsverbandes Rheinlands / Einrichtung des Integrationsfachdienstes / Modelle der Sozialraumorientierung in Süddeutschland uvm.) um dem Bildungsauftrag der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung gerecht zu werden.
Im neuen Schulgesetz spricht man nunmehr nicht mehr von der "Werkstufe", sondern von der "Berufspraxisstufe". Hiermit soll deutlich gemacht werden, dass die Schülerinnen und Schüler der Förderschule "geistige Entwicklung" in dieser Stufe ihre Berufsschulpflicht erfüllen und die Vorbereitung auf das berufliche Leben als "Erwachsener" in den Vordergrund rückt. Dies bedeutet auch für unser Konzept ein gewisses Maß an Umorientierung.

Im Text des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes NRW heißt es zur Berufspraxisstufe.
Die Berufspraxisstufe schafft die Grundlagen für die spätere berufliche Tätigkeit. Im Rahmen von Betriebspraktika erhalten die Jugendlichen u. a. Einblick in die Werkstatt für Behinderte oder eine ähnliche Einrichtung. Im Mittelpunkt des Unterrichts in der Berufspraxisstufe stehen:
- Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten, die auf den Arbeitsplatz bezogen sind
- Verbesserung des Arbeitsverhaltens
- Freizeitverhalten / Mobilität / Öffentlichkeit
- Leben und Wohnen
- Partnerschaft

In den vergangenen drei Jahren hat sich die Berufspraxisstufe von der handwerklich orientierten Werkstufe hin zur Berufsschulstufe entwickelt.
So wird ein klassenübergreifender Austausch der Schülerinnen und Schüler in den verschiedenen Bereichen wird immer wieder angestrebt und umgesetzt.
Bewusst wird dabei immer versucht, unsere Schülerinnen in Planungs- und Handlungsgeschehen mit einzubeziehen.
In der Zusammenarbeit mit den erwachsenen Schülern stehen Arbeitsformen im Vordergrund, die den Schülern möglichst viel Raum für eigene Ideen und Entscheidungsmöglichkeiten bieten. So findet der Unterricht häufig in Projektform statt oder ist durch freie Unterrichtsformen wie Lernen an Stationen und Freiarbeit geprägt.

Die Vorbereitung auf das Arbeitsleben muss schon in der Schule beginnen, ein wesentliches Kriterium für eine individuelle Wahl des Berufs- und Arbeitsfeldes ist das Kennen verschiedener Berufe sowie verschiedener Arbeitsformen. Um eine Entscheidung für einen Beruf treffen zu können, müssen Jugendliche und junge Erwachsene Berufe / Berufsfelder kennen und erfahren. Um eine Entscheidung über einen konkreten Arbeitsplatz treffen zu können, müssen unterschiedliche Arbeitssituationen und Betriebskonstellationen bekannt und erfahrbar sein.
Langjährige Erfahrungen zeigen, dass es für unsere Schüler wichtig ist, dies nicht erst im letzten Schulbesuchsjahr anzugehen, sondern schon im Oberstufenbereich Konzepte der Berufsorientierung und - vorbereitung zu entwickeln.
Wenn die Schüler im 11. Schulbesuchsjahr sind, beginnt für sie die zwei - bis dreijährige Berufspraxisstufenzeit. In den Berufspraxisstufen ist die Förderung der Schlüsselqualifikationen (Arbeitsverhalten, Lernverhalten, Sozialverhalten und die Selbständigkeit) ein wichtiger Bestandteil des Werkunterrichts, um in die Werkstatt aufgenommen werden zu können oder um einen Arbeitsplatz auf dem freien Arbeitsmarkt erhalten zu können.
Zukunftskonferenz / Berufswegeplanung
Beratung nimmt in der BPS einen sehr großen Raum ein.
Die Schüler finden gemeinsam mit ihren Lehrer, Erziehern oder Eltern ihre Stärken und Fähigkeiten heraus. "Was kann ich, was will ich, was muss ich lernen ?"
In einer Zukunftskonferenz werden diese Wege erkundet, Zielvereinbarungen getroffen und Förderpläne hierzu entwickelt.
Schlüsselqualifikationen müssen erworben werden, um Ziele zu erreichen.
Im Bereich "Wohnen" bedeutet Beratung "kennenlernen von verschiedenen Häusern, Heimen, Wohngruppen und Möglichkeiten der Betreuung.

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Auch in diesem Schuljahr beschäftigen wir uns verstärkt mit der Verbesserung der Unterrichtsqualität. Grundlage hierfür sind die Kriterien für guten Unterricht von Hilbert Meyer und die "Qualitätsindikatoren für Kompetenzen zur Gestaltung von Unterricht und Lernprozessen" von der Bezirksregierung Düsseldorf.
Wir wollen hiermit unsere Reflexionsmöglichkeiten und -fähigkeiten erweitern und ein gemeinsames Vokabular schaffen.
Weitere Schritte zur Verbesserung der Unterrichtsqualität sind:
' regelmäßige Fortbildungen
' regelmäßiger Austausch zur Festlegung gemeinsamer Ziele
' regelmäßige gemeinsame Reflexion unserer Arbeit
' Entwicklung und Weiterentwicklung schulischer Konzepte (z.B. unterstützte Kommunikation, Förderung schwerstbehinderter Schülerinnen und Schüler, Umgang mit herausforderndem Verhalten,...)

Für den Unterricht heißt das:
" Wir ermöglichen unseren Schülerinnen und Schülern ein Lernen mit allen Sinnen in handlungsorientierten und individuell angemessenen Lernzusammenhängen.
" Der Unterricht orientiert sich an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler und ermöglicht ein Lernen in Realsituationen.
" Die Schülerinnen und Schüler arbeiten projektorientiert an sinnstiftenden Problemstellungen.
" Wir fördern die individuellen Begabungen, Interessen und berücksichtigen die Bedürfnisse und individuellen Lernvoraussetzungen unser Schülerinnen und Schüler. Ziel ist hierbei eine größtmögliche Selbstständigkeit und die Entwicklung eines angemessenen Selbstbewusstseins.
" Wir schaffen ein angenehmes von Wertschätzung, Akzeptanz und Transparenz geprägtes Lernklima.
" Soziales Lernen und Kommunikation spielen eine zentrale Rolle.
" Wir ermöglichen ein Lernen außerhalb der Schule (Zusammenarbeit mit Vereinen, ortsansässigen Firmen, Seniorenheim,...)
" Wir öffnen Schule nach außen als ein Weg zur sozialen Integration.
" .....


 
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